Abbildung: Aufgeschlagenes Buch
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Innovate…or die

Unternehmen ohne Ideenkultur leben riskant

Die deutsche Wirtschaft ist von ihrem derzeitigen Erfolg berauscht. Viele Unternehmen machen sich daher über ihre zukünftige Innovationskraft keine großen Gedanken. Um langfristig zu überleben, muss eine moderne Innovationskultur aber der unternehmerische Imperativ sein. Gerade in guten Zeiten.

So wie sich die meisten Menschen in irgendeiner Form als „kreativ“ empfinden, wenn man Sie befragen würde, verstehen sich deutsche Unternehmen als „innovativ“. Wie sollte es auch im Blick auf eine boomende Wirtschaft, sinkende Arbeitslosenzahlen, den beachtlichen Handelsbilanzüberschuss auch anders sein? Viele deutsche Unternehmen sehen sich durch die gegenwärtig sehr ordentlichen Erfolge in ihrer Strategie täglich klar bestätigt. Gut, der digitale Wandel klopft auf zahlreichen Konferenzen und Messen an die Tür. Man hört und liest auch von der US-Westküste, wo es Unternehmen von anfangs rein virtueller Natur gibt, die nach wenigen Existenzjahren Börsenwerte in Höhe eines Vielfachen gestandener Riesen wie Daimler-Benz oder Bayer auf die marktwirtschaftliche Waage bringen. Die weltbewegenden Innovationen aus den US-Kreativfabriken machen jährlich die Newsrunde. Von einer steigenden Nervösität oder gar einer Angst ist bei deutschen Unternehmen aber wirklich nicht viel zu spüren.

Innovationkultur? Fehlanzeige.

Schaut man genauer auf die Struktur und Führung deutscher Unternehmen, sucht man bei Vielen aber vergeblich nach einer Hoffnung machenden Innovationskultur. Offensichtlich sind zahlreiche Unternehmen berauscht von ihrer weltweit bestechenden Effizienz, den niedrigen Stückkosten.

Sie setzen auf Innovationen in den bestehenden Strukturen, den alten Hierarchien und Entscheidungsmodellen. Manche können sich kaum vorstellen, dass ihr Produkt, ihre Dienstleistung den marktzyklischen Höhepunkt schon längst hinter sich hat oder dass eine radikale Innovation aus dem Ausland ihr Geschäftsmodell von heute auf morgen zerstört.

„Überleben ist Ideensache“

Die Querdenker Jörg Gembrys und Dr. Gordon Lueckel machen sich wenig Sorgen, dass die deutschen Unternehmer den digitalen Wandel verpassen: „Technologisch hat Deutschland noch nie den Anschluss verpasst,“ summiert der Hamburger Berater Gembrys: „Es fehlt aber zahlreichen Unternehmen –an einer Ideenkultur. Überleben ist Ideensache.“ Und zwar nicht alleine im Blick auf die digitale Transformation. „Wir sehen die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung als ein Feld der Innovation – unter vielen. Maschinen haben keine Ideen. Es sind die Menschen, die langfristig zur Kreativität befähigt werden müssen, um eine Unternehmen am Leben zu halten,“ fasst Dr. Lueckel zusammen. Die beiden Innovationsspezialisten fordern Unternehmen auf, Kreativität und Innovation nicht dem Zufall zu überlassen, wie es noch viel zu häufig der Fall ist.

Chefsache Innovationskultur – und zwar bald

„Die Entwicklung des kreativen Potenzials jedes Unternehmens muss absolute Priorität werden. Das gehört in die Hände der Firmenleitungen und muss als Firmenphilosophie so verankert werden, dass alle Mitarbeiter von diesem Spirit erfasst werden. Es gilt ganz klar: Innovate or die. Wer das nicht glauben will, spielt mit seiner Zukunft.“ Der ehemalige Topmanager Gembrys weiß genau, was zu tun ist, um internationale Konzerne, aber auch Start-ups zu Think Tanks, regelrechte Ideenfabriken zu machen. Er setzt mit Dr. Lueckel auf kleine, schlagkräftige, heterogen besetzte Innovationsteams, die spezielle Kreativitätsmethoden und das wichtige Mindsetting kennenlernen. Keine Vorgaben, keine Kontrolle der Innovationsteams und ein „Nein“ zu hierarchischem Denken und langatmigen Prozessen: Das ist die Essenz einer Innovationskultur, die für jede Organisation zur Lebensversicherung werden kann. „Ideen sind eigentlich kein Zufall. Man muss sie wollen und ihnen Zeit und eine Chance geben.“ Und zwar nicht erst in schlechten Zeiten. Wann ist der richtige Moment, um eine Innovationskultur im eigenen Unternehmen zu etablieren? „Gestern!“, schmunzeln Gembrys und Lueckel und präzisieren: „Je eher, je besser. Die zeitliche Investition ist gering und der Effekt kann enorm sein. Manchmal sogar Schicksal entscheidend.“

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